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Pattis Kolumne

Buchen sollst Du suchen – huch, ich mach´s wie Blitz & Donner 

Ich bin ja im eigentlichen Sinne kein Bangbüx, also kein Angsthase. Also eigentlich nicht, wenn man denn mal großspurig von Wespen und Geisterfilmen, dunklen Seitenstrassen, Pferderücken, Gittern in Fußböden, Hängebrücken und Spinnen absieht. Ahja, und von Gewitter! Mal ehrlich, ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, wieso manche Menschen es total toll finden bei Gewitter hinter der Fensterscheibe zu verharren, als würden sie auf das Blitzlicht warten, dass aus ihnen einen oft fotografierten Superstar macht. 

Ich find´ den Blitz nicht schlimm, aber auch nicht schön- ich mag den Donner erst recht nicht. Ich mag nicht mal die Ankündigung eines Donnerwetters! Und dann immer diese Leute, die dann zählen...21, 22, oh, das ist ganz nah, fast schon über uns. Toll- äh, ich muss weg! Wusstet Ihr Zähler, dass absolut Alles unter 10 Sekunden Zählzeit schon bedenklich nah ist? So ein Blitz ist nämlich auch viel länger, als das, was er uns davon zeigt...und er ist auch gar nicht allein! Bei einem anständigen Donnerwetter, zucken bis zu 2000 davon durch den Himmel, die meisten schaffen es nur nicht bis zum Erdboden. Und dann plötzlich auch immer diese Floskeln: Fichten wähl mitnichten, Weiden sollst Du meiden, Buchen sollst Du suchen, Eichen sollst Du weichen...super, denn diesen Satz, kannst gleich mal streichen! Stimmt nämlich nicht, dass der Blitz in bestimmte Baumarten häufiger einschlägt, als in andere. Ist dem Blitz nämlich schnurzpiepe, er entläd sich an der für ihn günstigst erscheinenden Stelle. Eigentlich ja doch ganz schön sympathisch so ein Blitz, mach´ ich nämlich auch ganz gern und manchmal ganz genau so. Und bevor der Blitz dann einschlägt entstehen so an die 30000 Grad Celsius, ja, bevor es bei mir ein Donnerwetter gibt, köchel ich auch nicht gerade auf Sparflamme. Und weil die Luft sich dann aufgrund der Hitze explosionsartig ausdehnt, hören wir ein Donnern, schon wieder check! Erst grummeln, dann poltern- so geht das! Und gerade, wenn man sich so an das Blitzen und Donnern gewöhnt hat und noch darüber nachdenkt, ob man nun wirklich alle Stecker rausziehen sollte, da ist es einfach so, und genau so plötzlich, wie es anfing, wieder vorbei und weitergezogen. Die dicke Luft ist wie weggeblasen und verpufft, der Himmel ist wieder blau und wenn noch nicht ganz hat man noch beste Chancen auf einen Regenbogen. 

Genau so, sollte man es eben in meiner Welt, auch in der anderen erwähnten Situation machen. Grummeln ja, Poltern, auch, wenns nicht anders geht, entladen und dann den Ärger loslassen. Und wenn das Donnerwetter gerade erst anfängt- einfach zählen...: 21, 22...oh, alles unter 10 Sekunden ist bedenklich nah. Merke: Es gibt keine Ankündigung eines drohenden Gewitters. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine kleine Gewitterwolke kein Donnerwetter. Aber wieviele rabenschwarze Wolken sich schon aufgetürmt haben, sieht man halt nicht immer so deutlich. Und wir erinnern uns: 2000 Blitze pro Gewitter, nur nicht alle erreichen den Boden! „Sich gerade machen“ hat bei mir übrigens in der Sekunde genau so viel Sinn, wie beim echten Blitz & Donner – da kann eigentlich nichts Gutes bei rauskommen. Alles, wie in der wahren Natur...besser wäre, es gäbe einen Blitzableiter in der Nähe. Ist doch eigentlich ganz einfach...also sowohl das Eine, als auch das andere Donnerwetter: Einfach aussitzen und darauf warten, dass der Himmel wieder blau wird: das tut er nämlich absolut und immer. Zum Schluss gibt’s klare Luft und immerhin die Chance auf einen Regenbogen...

Pattis Kolumne, auch als mp3 File zum download